Heiko Hendriks - der erste Vertriebenen - und Aussiedendriks - der erste Vertriebener - und Aussiedlerbeauftragter der Landesregierung NRW besucht den Hafen der Hoffnung e.V. den Verein zur Förderung der Aussiedler im Kreis Kleve


In der Wasserburg Rindern fand am 19. April ein Treffen des Vorstands des Hafen der Hoffnung e.V. mit dem ersten Vertriebenen- und Aussiedlerbeauftragten der Landesregierung NRW Herrn Heiko Hendriks.
Es ist schon etwas Besonderes, wenn ein Vertreter der Landesregierung, sich über die Vereinsarbeit informieren möchte. Herr Hendriks wollte den Verein Hafen der Hoffnung e.V. kennenlernen und ggf. problematische Sachverhalte erfahren und Meinungen austauschen.
Es ist schon lange her, dass wichtige politischen Persönlichkeiten den Verein besuchten. Als erster hohe Gast im Verein war Dr. Horst Waffenschmidt, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen. Der Verein konnte auch weitere interessante Gäste begrüßen. Der Beauftragte der Bundesregierung für  Aussiedlerfragen Jochen Welt besuchte den Verein im Jahre 2002.
In all diesen Jahren kann der Verein einige wichtigen Unterstützer nennen, darunter an erster Stelle Paul Friedhoff, Ronald Pofalla und Dr. Barbara Hendricks. Aber auch der Landrat Wolfgang Spreen und nicht zuletzt die Bürgermeister der Städte und Gemeinden unterstützten den Verein in seiner Integrationsarbeit.
Die Goldplakette der Bundesregierung 1997 war die erste Anerkennung der Integrationsarbeit des Vereins. Auch der Bundesverdienstorden, den die Vereinsvorsitzende Julia Weber 2013 erhielt, ist eine Würdigung ihrer Arbeit und die des gesamten Vereins.
Zu Beginn der Vereinsarbeit hat das Arbeitsamt als erste gesehen, dass die Arbeit, die der Verein machte,  ehrenamtlich nicht zu leisten ist. Es folgte eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme -  Sozialberatung. Dann hat auch die Diakonie im Kirchenkreis in Kleve so ein Projekt ins Leben gerufen.
Die Namen der zwei weiteren Projekte Vereinsprojekte "Integration jugendlicher Aussiedler im Kreis Kleve"und  „Russlanddeutsche Frauen stärken" sprechen für sich. Seit 2005 arbeitet der Verein ausschließlich ehrenamtlich.

Aber es waren nicht nur die Integrationshilfen, sondern die Pflege des kulturellen Erbes der Vorfahren und des Herkunftslandes.
Das Vermitteln des Hintergrundwissens, woher die Deutschen aus Russland und warum sie nach Deutschland kommen. Die vielen Ausstellungen mit den Bildern und Dokumenten der Vorfahren der Russlanddeutschen klärten auf und beantworteten viele Fragen, die die einheimische Bevölkerung zurecht hatte.
Die Kooperation des Vereins mit karitativen, kulturellen und bildungsfördernden Einrichtungen stand an erster Stelle. Z.B. fand eine  Veranstaltung in Kooperation mit der Rheinischen Kliniken „Menschen – wie du und ich“ mit Russlanddeutschen, Behinderten und Flüchtlingen und „Die russlanddeutsche Kulturgeschichte“, die  in Kooperation mit der Lehrerin mit ihren Schülern, die Russisch lernen, stattfand.
Eine besondere Rolle in der Öffentlichkeitsarbeit des Vereins hat die Singgruppe „Lavanda“, die auf allen kleinen oder auch großen Veranstaltungen auftritt. Zuletzt z.B. bei dem Heimatverein in Keeken oder auch auf dem Konzert zum 775jährigen Jubiläum der Stadt Kleve.

Ergriffen war Herr Hendriks und auch alle Anwesenden von der Erzählung, wie die negativen Presseberichte über Russlanddeutsche auf die Kinder und Jugendliche wirkte. Ihre eigene Identitätsfindung wurde dadurch deutlich erschwert und die gegenseitige Akzeptanz der Aussiedler und Einheimischen negativ beeinträchtigt.

Die Anwesenden berichteten Herrn Hendriks, dass leider die Diplome aus der ehemaligen Sowjetunion der Russlanddeutschen in Deutschland nicht anerkannt werden, sodass ein völlig anderer Job angenommen werden musste. Aber auch das wurde meisterhaft geschafft.

Die Anwesenden bemängelten es, dass im Geschichtsunterricht nichts über die Auswanderung der Deutschen nach Russland im 18. und 19. Jahrhunderte gelehrt wird, denn die Geschichte der Russlanddeutschen ist ein Tell der Geschichte Deutschlands. Melina Weigel, die in Deutschland geboren ist, stellte eine konkrete Frage an Herrn Hendriks: ist es möglich dieses  Thema „für alle verpflichtend in der Unterstufe  im Geschichtsunterricht einzuführen“?
Und zuletzt berichteten die Vorstandsmitglieder über ihre Ideen und Projekte. Z.B. über ein Projekt - Veranstaltung „Von Deutschland nach Russland und zurück“.
Das und viel mehr erzählten die Vorstandsmitglieder ihrem Gast, Heiko Hendriks, der sich tief beeindruckt über das Geschaffene äußerte. Im Großen und Ganzem war es auch eine Aufarbeitung, die für das im nächsten Jahr 25jährige Vereinsjubiläum wichtig ist. Am Treffen nahmen folgende ehrenamtliche Mitarbeiterinnen teil: Julia Weber, Brigitte Angenendt, Irina Kroll, Nina Kuppen, Olga Riesen, Helene Thun, Irina Helm-Schatilow, Ilzira Woronzow, Sneshanna Schwarz und Melina Weigel.

Auch der Ort des Treffens – die Wasserburg – ist erwähnenswert: die erste große Veranstaltung des Vereins – die Weihnachtsfeier für  mehr als 400 Aussiedler fand 1994 auf der Wasserburg statt.

Weitere Informationen über den Verein Hafen der Hoffnung e.V.: www.hafen-der-hoffnung.de

 

Von links nach rechts: Ilzira Woronzow, Nina Kuppen, Helene Thun, Heiko Hendriks, Julia Weber, Irina Kroll,  Irina Helm-Schatilow,  Sneshanna Schwarz, Brigitte Angenendt und Olga Riesen.

Der leckere Kuchen von Irina Helm-Schatilow

Heiko Hendriks und Melina Weigel

Melina Weigel (die jüngste Teilnehmerin) und Julia Weber (die älteste Teilnehmerin)

Heiko Hendriks erhält als Geschenk ein Fotobuch zum 20.jährigen Vereinsjubiläum

Sneshanna Schwarz, Brigitte Angenendt, Irina Kroll