Das Buch "Geiseln“ - von Deutschland nach Russland und zurück - von Alexander Prieb erzählt authentisch und eindrucksvoll über eine Geschichte über zwei Jahrhunderte. Die Deutschen gingen nach Russland und deren Nachfahren kommen zurück ins Land ihrer Väter – nach Deutschland. Es dokumentiert eine Familienodyssee so wie das Schicksal einer ganzen Volksgruppe. Es ist eine Geschichte über Mut, Elend, Genozid und Überleben.

In unserem Verein bieten wir noch einige Exemplare zum Verkauf an zum Preis von 5,-€ je Stück.

 

Geschichte der Russlanddeutschen

Geschichte des Vereins Hafen der Hoffnung e.V. Kreis Kleve

Geschichte der Russlanddeutschen

Russland und Deutschland sind Länder, die schon vor Katharina der II. in kulturellen und wirtschaftlichen Verbindungen standen.

Bereits im 10. Jahrhundert siedelten sich die ersten Deutschen in Russland an.

Tausende Menschen kamen nach Russland nach dem erlassenen Manifest im Jahre 1763. Die deutsche Prinzessin Sophie von Anhalt - Zerbst heiratete mit 16 Jahren den Zaren im weiten Russland und wird später die russische Kaiserin Katharina II. 1763 verfasste sie ein Edikt und forderte damit ihre Landsleute in Deutschland auf, nach Russland zu kommen, um dort zu siedeln. Siedlungswilligen Einwandern wurden große Privilegien eingeräumt:

  • großzügige Zuweisung unbebauten Landes
  • Steuerfreiheit auf bis zu 10 Jahre
  • Befreiung vom Militärdienst
  • Freie Religionsausübung
  • Kulturelle Autonomie
  • Kommunale Selbstverwaltung
  • Völlige Freiheit, das Land jederzeit nach eigenem Willen zu verlassen 

Die meisten Siedler kamen bis 1823. Schweren Herzens, aber auch aufgrund der wirtschaftlichen Situation in Deutschland verließen sie ihre angestammten Wohnorte und suchten eine neue Heimat, wo sie ihre Religion, ihre Muttersprache, ihre Lieder, ihre Sitten und Bräuche ungehindert bewahren und pflegen konnten. In den ersten 100 Jahren standen die Deutschen wegen ihrer beispielhaften wirtschaftlichen und kulturellen Leistungen in ganz Russland in hohem Ansehen. Aber schon bereits im Jahre 1881 begann unter Zar Alexander III. die Russifizierung der Deutschstämmigen.

Während des 1. Weltkrieges (1914 – 1918) dienten 300 000 Deutsche in der russischen Armee. Trotzdem wurden die so genannten „inneren Deutschen“ zu Feinden des russischen Reiches erklärt.

Am 3. März 1918 genehmigte der Rat der Volkskommissare Russlands per Dekret die Gebietsautonomie der    Wolgadeutschen.

1924 wurde die „Autonome Sozialistische Sowjetrepublik der Wolgadeutschen“ gegründet, das den Deutschen den Ausbau der Schulen, Hoch- und Fachschulen, Theater und Verlage mit deutschsprachigen Büchern und Zeitschriften ermöglichte. 

Mit Hitlers Überfall am 22. Juni 1941 auf die Sowjetunion war das alles mit einem Schlag vorbei. Stalin löste nach diesem Angriff die „Autonome Sozialistische Sowjetrepublik der Wolgadeutschen“ auf und veranlasste eine Deportation der Deutschen. Zwischen 1941 und 1945 wurden mehr als 1 Million Deutschen nach Sibirien und Mittelasien deportiert. 

Der Begriff „Deutscher“ wurde zu Synonym „Volksfeind“.

Der 28. August 1941, der so genannte "Schwarzer Tag", hat Unglück, Hunger und Trauer über alle Deutschen der damaligen Sowjetunion gebracht. Diesen Menschen wurde alles geraubt: die Häuser, das Geld, das Vieh, die Rechte, die Heimat. In 24 Stunden wurden fröhliche und unschuldige Menschen in Sklaven verwandelt. 1.450 Mitarbeiter der NKWD, 2100 Milizionäre sowie 9650 Soldaten und Offiziere führten die Aktion durch. Auf den Transporten starben bereits Hunderte. 

Auch nach dem Krieg bis zum Jahre 1957 hat die Regierung die am Leben gebliebenen Deutschen nicht freigelassen: Sie standen unter der Kommandantur, das heißt, dass sich niemand mehr als drei Kilometer von seinem Wohnort entfernen durfte. Keiner durfte in seine Heimatorte zurückkehren. 

Aber immer noch strebten die Russlanddeutschen nach einer eigenen Republik. 1979 gab es zwar Scheinversuche zur Gründung einer deutschen Autonomie in Kasachstan und in der ehemaligen Wolgarepublik, aber bis heute ist noch keine solche gegründet worden. 

Im Jahre 1959 wurde die deutsch-sowjetische Übereinkunft über die Familienzusammenführung beschlossen. Nach diesen schweren Zeiten war die Möglichkeit nach Deutschland zu kommen für viele wie eine Erlösung, besonders für die, die 1941 als Kinder aus ihrer Heimat vertrieben wurden.

Deutschstämmige Menschen, deren Vorfahren seit Generationen in Russland gelebt haben, haben selbstverständlich viel von der russischen Kultur aufgenommen und nach Deutschland mitgebracht. Andererseits haben sie vieles bewahrt, was ihre Vorfahren aus Deutschland nach Russland mitgebracht haben.

Zurzeit leben ca. 3 Millionen Deutschen aus verschiedenen Gebieten Russlands in Deutschland.
Im Kreis Kleve leben etwa 8.000 Aussiedler. Die meisten Russlanddeutschen haben sich bereits gut eingelebt. Sie bemühen sich, einen neuen Lebensanfang zu finden.

Die meisten Jugendlichen, die mit 15 – 19 Jahren nach Deutschland kommen, haben es beim Einleben hier in der Heimat ihrer Vorfahren sehr schwer: in der Schule können sie nicht mehr aufgenommen werden und um eine Ausbildung antreten zu können, müssen sie erst einmal die deutsche Sprache erlernen. Das Schwierigste ist die Identitätssuche. Trotz der Konkurrenz und der Schwierigkeit mit der deutschen Sprache und der Identitätssuche meistern es viele bewundernswert. Sie lernen die deutsche Sprache, machen eine Ausbildung und gehen gewissenhaft ihrer Arbeit nach.

Geschichte des Vereins zur Förderung der Aussiedler im Kreis Kleve
„Hafen der Hoffnung“ e.V.

Die meisten deutschstämmigen Aussiedler kamen nach Deutschland nach 1980 in der Zeit der Glasnost und Perestroika. Sie wussten, dass sie Deutsche sind, obwohl sie nicht mehr gut deutsch sprechen konnten, weil es seit 1941 keine deutschen Schulen mehr gab und die deutsche Sprache auch im privaten verboten war.
In die Städte und Gemeinden des Kreises Kleve kam die größte Zahl der Aussiedler in der Zeit zwischen 1990-1996.

Nachdem einige hier wohnten, war es für die Nachfolgenden schon etwas leichter, weil die Verwandten ihnen helfen konnten. Trotzdem brauchten viele Beratung und Hilfe. Die Neuangekommenen fühlten sich anfangs zerrissen: vom Herkunftsland ausgenutzt und hier nicht angenommen. Einigen war diese Sachlage klar und daraus entwickelten sich private Initiativen, um zu helfen. So ergab es sich, dass der Verein von Einheimischen und Russlanddeutschen 1994 gegründet wurde: der Verein Hafen der Hoffnung e.V., ein Verein zur Förderung der Aussiedler im Kreis Kleve.

Logo des VereinsUnser Verein soll ein Ort sein, an dem man sich wohl fühlen kann, also ein geschützter Ort, an dem man mit gleich gesinnten Menschen Schönes erleben kann.

Der Name des Vereins hat eine symbolische Bedeutung

Ein Hafen ist ein schützender Platz und die Hoffnung drückt das aus, was unsere Eltern und Großeltern aufgrund ihres schweren Lebens immer in Gedanken hatten: nach Deutschland zurückkehren zu können. Das Logo unseres Vereins bedeutet, dass wir, Erwachsene, den jungen Menschen beim Einleben hier zur Seite stehen sollten.

Stichworte zur Arbeit der Organisation

  • Beginn der gezielten Arbeit für die Spätaussiedler aus der ehemaligen UdSSR im Februar 1994
  • Gründung des Vereins Hafen der Hoffnung e.V. am 27. November 1994 mit dem Ziel, effektivere Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und die Möglichkeit eines gegenseitigen Kennenlernens der Aussiedler und der Einheimischen zu erleichtern
  • Eine Beratung in russischer Sprache
  • Vermittlung von Hintergrundwissen und Hilfeleisten bei Verständigungsschwierigkeiten oder Konflikten
  • Erhalt der Goldplakette im 3. Bundeswettbewerb "Vorbildliche Integration von Aussiedlern in der Bundesrepublik Deutschland" im Jahre 1997
  • Arbeitsbeschaffungsmaßnahme -Stelle (1998-2000)
  • Vereinsprojekt: "Integration jugendlicher Aussiedler im Kreis Kleve" ( 1999-2001)
  • Vereinsprojekt: "Russlanddeutsche Frauen stärken" (2002-2005)
  • 2004 -10jährige Jubiläumsfeier
  • Seit April 2005 arbeitet der Verein ehrenamtlich.

In unserem Verein gibt es Menschen, die sich in besonderer Weise für die Leute eingesetzt haben, die aus Russland nach Deutschland umgesiedelt sind.

  • Julia Weber organisierte die ersten Treffen der Russlanddeutschen in Kleve
  • Als erster Politiker hat Paul Friedhoff, FDP Mitglied des deutschen Bundestages, sich unser angenommen: Er lud unsere Singgruppe zu einem Bauernfrühstück in Keeken ein und mehrfach konnte eine Gruppe von Russlanddeutschen sich in Huckelrieden erholen. 
  • Unterstützer bei der Vereinsgründung waren Roland Verheyen, Karl Jordans und Walter Willems.
  • Paul Friedhoff, Rudolf Kersting und Julia Weber haben sich zu einem ausführlichen  Gespräch getroffen. - Durch dieses Treffen bekam unser Verein eine Unterstützung auf Kreisebene: Auf verschiedenen Tagungen im Kreis und in den Städten machten wir uns bekannt mit dem Ziel, Hilfe und Unterstützung für die etwa 6 000 Aussiedler aus verschiedenen Gebieten Russlands im Kreis Kleve zu bekommen. So wurde unser Verein einer größeren Öffentlichkeit bekannt gemacht.
  • Marianne Gärtner, Julia Weber und Ute Tödter besuchten die Aussiedler in den Übergangswohnheimen und halfen den Aussiedlern, wo sie nur konnten. 
  • Viktor Mast und Valentina Weht machten Jugend- und Sportarbeit. 
  • Viele Aussiedler konnten sich Dank Wolfgang Seibt auf der Grav-Insel erholen! 
  • 4 Jahre wurde alles nur ehrenamtlich gemacht.
  • 1997 erhielt der Verein die Goldplakette im 3. Bundeswettbewerb "Vorbildliche Integration von Aussiedlern in der Bundesrepublik Deutschland".
  • Hauptamtliche Stellen finanziert zu bekommen ist gar nicht einfach: Es müssen Projekte, Finanzierungspläne geschrieben und vieles andere gemacht werden.
  • 1998 hatte der Verein die erste hauptamtliche Stelle, die das Arbeitsamt finanzierte. Diese Stelle bekleidete zwei Jahre Nely Kurth.
  • Antonius von Hebel und Ute Tödter konzipierten das erste Projekt "Integration jugendlicher Aussiedler im Kreis Kleve". Ronald Pofalla, Mitglied des Bundestages CDU setzte sich damals für uns ein. 
  • Von 1999 bis 2001 finanzierte das Bundesverwaltungsamt das Projekt "Integration jugendlicher Aussiedler" im Kreis Kleve, das im Nordkreis Larisa Burschinski und im Südkreis Nina Busch, sowie Nely Kurth (Mutterschaftsvertretung für Nina Busch) leitete. Nely Kurth, Larisa Burschinski und Nina Busch waren schon früher im Verein ehrenamtlich tätig gewesen. 
  • Das nächste Projekt "Russlanddeutsche Frauen stärken" wurde von Arthur Hector konzipiert, der die Wege kannte und Verbindungen schuf. Dr. Barbara Hendricks Mitglied des Bundestages SPD unterstützte uns bei diesem Vorhaben. Dieses Projekt wurde von April 2002 bis April 2005 von Helena Hubbe im Südkreis und anfangs von Irina Wegner, anschließend von Mina Bindewald im Nordkreis Kleve geleitet. 
  • Seit April 2005 arbeitet unser Verein ehrenamtlich.
  • Die Arbeit des Vereins wurde von Anfang an bis jetzt von Julia Weber, Ute Tödter, Nina Kuppen, Helene Thun und Valentina Weht mitgestaltet. Seit geraumer Zeit engagieren sich für den Verein auch Gudrun Söns, Tatjana Gerliz, Irina Kroll, Tatjana Martens, Svetlana Brak, Johannes Reimchen, Brigitte Angenendt, Klara Alechina und Sneshanna Schwarz. Seiner Zeit prägten den Verein mit seinem Engagement u. a. Anna und Fritz Freitag, Lilo und Gerard Kruijsen, Viktor Pot, Helga Münten, Arthur Hector, Marianne Gärtner, Viktor Mast, Irina Schatilow und Heinrich Fritzler. 
  • In unserer Satzung steht: Hilfe und Integration für alle Aussiedler, Förderung der Jugend, Förderung des Gedankengutes der Völkerverständigung und Pflege des kulturellen Erbes. Für das Einleben hier ist es wichtig, Deutsch sprechen zu können. Aber auch die russische Sprache sollte nicht vergessen werden, zumal wir der russischen Kultur vieles zu verdanken haben. Die meisten Aussiedler sind bemüht, die deutsche Sprache zu lernen und dabei hilft, dass wir uns Vereinen und Verbindungen anschließen und Interessengruppen bilden. 

Unser Hauptanliegen ist weiterhin beiderseitiges Hintergrundwissen zu vermitteln.